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31. Oktober 2026

Ratgeber · Schilddrüsenfunktion & Laborwerte

Hashimoto trotz normaler Blutwerte? Warum die Schilddrüsenerkrankung oft jahrelang unentdeckt bleibt

Ständige Müdigkeit, Gewichtszunahme, Konzentrationsprobleme: Wann sollten Sie an Ihre Schilddrüse denken?

Von Dr. med. Kaneschka Jahanyar · Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie · Veröffentlicht am

„Ich bin ständig müde – aber laut Blutuntersuchung ist alles in Ordnung.“

Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl.

Sie schlafen ausreichend, sind aber schon morgens erschöpft. Sie achten auf Ihre Ernährung, nehmen jedoch zu. Ihre Konzentration lässt nach, Sie frieren häufiger oder fühlen sich einfach nicht mehr so leistungsfähig wie früher.

Viele Menschen führen solche Veränderungen zunächst auf Stress, berufliche Belastungen, Schlafmangel oder das zunehmende Alter zurück.

Doch manchmal steckt eine bislang unerkannte Schilddrüsenerkrankung dahinter.

Eine mögliche Ursache ist die Hashimoto-Thyreoiditis – eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse.

Das Besondere: Die Erkrankung kann bereits bestehen, obwohl die Schilddrüsenhormone noch im Normbereich liegen.

Warum ist das so? Und welche Untersuchungen können helfen, die Erkrankung zu erkennen?

1. Was passiert bei einer Hashimoto-Thyreoiditis?

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ im vorderen Halsbereich.

Sie produziert Hormone, die zahlreiche Funktionen unseres Körpers beeinflussen, darunter Stoffwechsel, Wärmehaushalt, Herz-Kreislauf-Funktion und körperliche Leistungsfähigkeit.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis richtet sich das Immunsystem gegen Bestandteile des eigenen Schilddrüsengewebes.

Dadurch entsteht eine chronische autoimmune Entzündungsreaktion, die langfristig zur Schädigung der Schilddrüse führen kann.

Im weiteren Krankheitsverlauf kann die Hormonproduktion abnehmen.

Aber nicht jeder Mensch mit Hashimoto entwickelt sofort eine Schilddrüsenunterfunktion.

Genau darin liegt einer der Gründe, warum die Erkrankung über längere Zeit unbemerkt bleiben kann.

2. Warum bleibt Hashimoto häufig so lange unentdeckt?

Es gibt drei wesentliche Gründe.

Die Erkrankung beginnt häufig schleichend

Hashimoto verursacht nicht zwangsläufig plötzlich auftretende Beschwerden.

Die Schilddrüse kann ihre Funktion zunächst vollständig aufrechterhalten.

Betroffene bemerken möglicherweise über längere Zeit überhaupt keine Veränderung.

Erst wenn die Hormonproduktion nachlässt, können typische Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion entstehen.

Die Beschwerden werden häufig anderen Ursachen zugeschrieben

Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Konzentrationsschwierigkeiten sind weitverbreitet.

Sie können durch Schlafmangel, Eisenmangel, psychische Belastungen, Medikamente und zahlreiche weitere Erkrankungen verursacht werden.

Deshalb wird nicht bei jeder betroffenen Person unmittelbar an die Schilddrüse gedacht.

Normale Schilddrüsenwerte schließen Hashimoto nicht grundsätzlich aus

Hier muss man zwischen zwei Fragen unterscheiden:

Funktioniert meine Schilddrüse ausreichend?

Und:

Liegt eine autoimmune Veränderung des Schilddrüsengewebes vor?

Diese Fragen sind nicht identisch.

Ein normaler TSH-Wert spricht bei intakter Regulation in der Regel für eine ausreichende Schilddrüsenfunktion.

Er schließt jedoch eine bestehende autoimmune Schilddrüsenerkrankung nicht grundsätzlich aus.

Wichtig ist allerdings auch: Wenn die Schilddrüsenfunktion normal ist, müssen vorhandene Beschwerden nicht durch Hashimoto verursacht sein.

3. Welche Symptome sollten Frauen und Männer kennen?

Hashimoto tritt bei Frauen deutlich häufiger auf, kann jedoch ebenso Männer betreffen.

Insbesondere bei einer begleitenden Schilddrüsenunterfunktion können folgende Beschwerden auftreten:

  • Anhaltende Müdigkeit: Sie fühlen sich trotz ausreichender Schlafdauer erschöpft.
  • Gewichtszunahme: Ihr Gewicht steigt ohne offensichtliche Erklärung.
  • Konzentrationsprobleme: Sie fühlen sich geistig weniger leistungsfähig.
  • Kälteempfindlichkeit: Sie frieren häufiger als andere Menschen.
  • Trockene Haut und Haarausfall: Haut und Haare verändern sich.
  • Verstopfung: Die Darmtätigkeit kann verlangsamt sein.
  • Verminderte körperliche Belastbarkeit: Gewohnte Aktivitäten fallen zunehmend schwer.

Bei Frauen können zusätzlich Menstruationsstörungen auftreten.

Bei Männern können sich unter anderem Veränderungen der Leistungsfähigkeit und Libido bemerkbar machen.

Entscheidend: Keines dieser Symptome beweist eine Hashimoto-Thyreoiditis. Treten mehrere Beschwerden über längere Zeit auf, kann eine gezielte ärztliche Abklärung sinnvoll sein.

4. Warum kann ein Schilddrüsenultraschall zusätzliche Informationen liefern?

Die Sonographie ist ein etabliertes, schmerzfreies und strahlungsfreies Untersuchungsverfahren.

Während Laboruntersuchungen insbesondere die Schilddrüsenfunktion und autoimmune Prozesse beurteilen helfen, ermöglicht der Ultraschall eine direkte Darstellung des Schilddrüsengewebes.

Bei Hashimoto können bestimmte charakteristische Veränderungen sichtbar werden.

Echoarmes Schilddrüsengewebe

Das Schilddrüsengewebe erscheint im Ultraschall häufig dunkler als gewöhnlich.

Diese verminderte Echogenität kann auf entzündliche Veränderungen hinweisen.

Inhomogene Gewebestruktur

Anstelle einer gleichmäßigen Gewebestruktur können unregelmäßige, fleckige oder pseudonoduläre Veränderungen auftreten.

Veränderungen der Schilddrüsengröße

Die Schilddrüse kann insbesondere in bestimmten Krankheitsphasen vergrößert sein.

Im weiteren Verlauf kann sich das Organ auch verkleinern.

Zusätzliche Schilddrüsenknoten

Falls Knoten vorhanden sind, können diese sonographisch dargestellt und hinsichtlich ihrer Struktur beurteilt werden.

Ein wichtiger medizinischer Zusammenhang:

Die American Thyroid Association beschreibt, dass entzündliche Veränderungen im Ultraschall bereits erkennbar sein können, wenn die Schilddrüsenhormonwerte noch normal sind.

Allerdings ist der Ultraschall kein alleiniger Beweis für Hashimoto. Auch andere Erkrankungen können ähnliche Bilder verursachen.

Deshalb sollte die Sonographie gezielt eingesetzt werden, beispielsweise bei tastbaren Veränderungen, Knoten oder einer anderen begründeten strukturellen Fragestellung – nicht routinemäßig bei jeder Müdigkeit.

5. Welche Blutuntersuchungen sind bei Hashimoto wichtig?

Zur diagnostischen Einordnung können verschiedene Laborparameter herangezogen werden.

TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)

Ein zentraler Parameter zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion.

Freies Thyroxin (fT4)

Hilft insbesondere bei auffälligem TSH-Wert, eine Schilddrüsenunterfunktion näher einzuordnen.

TPO-Antikörper

Erhöhte Antikörper gegen die Thyreoperoxidase können auf eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung hinweisen.

Thyreoglobulin-Antikörper (Tg-AK)

Können bei ausgewählten Fragestellungen ergänzende Informationen liefern.

Welche Parameter tatsächlich bestimmt werden sollten, richtet sich nach der individuellen medizinischen Situation.

Eine möglichst umfangreiche Laboruntersuchung ist nicht automatisch die beste Diagnostik.

6. Was passiert, wenn Hashimoto diagnostiziert wird?

Eine Hashimoto-Diagnose bedeutet nicht automatisch, dass sofort Medikamente eingenommen werden müssen.

Solange die Schilddrüse ausreichend Hormone produziert, kann eine ärztlich abgestimmte Verlaufskontrolle ausreichen.

Entwickelt sich eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion, ist Levothyroxin die etablierte Standardtherapie.

Die Dosierung richtet sich unter anderem nach Alter, Begleiterkrankungen und Laborbefunden.

Ziel ist es, einen bestehenden Hormonmangel angemessen auszugleichen und sowohl eine Unter- als auch eine Überbehandlung zu vermeiden.

7. Wann sollten Sie Ihre Schilddrüse untersuchen lassen?

Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn:

  • Sie seit längerer Zeit unter ungeklärter Müdigkeit oder Leistungsabnahme leiden.
  • Mehrere Beschwerden auftreten, die mit einer Schilddrüsenfunktionsstörung vereinbar sind.
  • Bereits auffällige Schilddrüsenwerte festgestellt wurden.
  • Eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung bekannt ist und neue Beschwerden auftreten.
  • Eine Schilddrüsenvergrößerung oder ein Knoten festgestellt wurde.
  • Sie eine fundierte Zweitmeinung zu einem bestehenden Schilddrüsenbefund wünschen.

Dabei sollte die Diagnostik immer auch andere mögliche Ursachen der Beschwerden berücksichtigen.

8. Wie erfolgt die Schilddrüsenabklärung in meiner Privatpraxis in Frankfurt?

In meiner Privatpraxis steht die individuelle ärztliche Beurteilung im Mittelpunkt.

Zunächst sprechen wir über Ihre Beschwerden.

Seit wann bestehen sie? Haben sie sich verändert? Welche Vorerkrankungen, Medikamente oder familiären Risiken sind bekannt?

Anschließend erfolgt eine gezielte körperliche Untersuchung.

Je nach medizinischer Fragestellung können Laboruntersuchungen und eine hochauflösende Schilddrüsensonographie sinnvoll sein.

Die erhobenen Befunde werden gemeinsam bewertet und verständlich besprochen.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Untersuchungen durchzuführen.

Es geht darum, eine medizinisch fundierte Erklärung für Ihre Beschwerden zu finden und gegebenenfalls eine geeignete Behandlung einzuleiten.

9. Häufig gestellte Fragen zur Hashimoto-Thyreoiditis

Kann ich Hashimoto haben, obwohl mein TSH-Wert normal ist?

Ja. Eine Hashimoto-Thyreoiditis kann bei noch normaler Schilddrüsenfunktion bestehen. Ob eine weitere Abklärung erforderlich ist, hängt von der individuellen Befundkonstellation ab.

Erkennt man Hashimoto im Ultraschall?

Ein Ultraschall kann charakteristische Gewebeveränderungen sichtbar machen. Die Diagnose ergibt sich jedoch aus der Gesamtheit der klinischen und gegebenenfalls laborchemischen Befunde.

Ist Hashimoto heilbar?

Eine ursächliche Heilung der chronischen Autoimmunerkrankung ist derzeit nicht etabliert. Eine daraus entstehende Schilddrüsenunterfunktion lässt sich jedoch in der Regel gut behandeln.

Muss ich bei Hashimoto lebenslang Medikamente nehmen?

Nicht zwangsläufig. Entscheidend ist, ob eine behandlungsbedürftige Schilddrüsenunterfunktion besteht.

Ist Hashimoto nur eine Frauenkrankheit?

Nein. Männer können ebenfalls betroffen sein, auch wenn die Erkrankung bei Frauen häufiger vorkommt.

10. Mein ärztlicher Rat: Nehmen Sie anhaltende Beschwerden ernst.

Wenn Sie sich seit längerer Zeit ungewöhnlich erschöpft fühlen, unter Konzentrationsproblemen leiden oder Veränderungen Ihres Gewichts bemerken, sollten Sie diese Beschwerden nicht vorschnell als normale Begleiterscheinung des Alltags abtun.

Eine Schilddrüsenerkrankung ist nur eine von mehreren möglichen Ursachen.

Aber sie gehört zu den Erkrankungen, die sich durch eine gezielte medizinische Untersuchung häufig gut abklären lassen.

Manchmal beginnt eine sinnvolle Behandlung mit der richtigen diagnostischen Frage.

Schilddrüsendiagnostik in Frankfurt am Main

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Vereinbaren Sie einen Termin und lassen Sie Ihre Beschwerden persönlich abklären.

Dr. med. Kaneschka Jahanyar Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Privatpraxis Frankfurt am Main

Hochstraße 43, 60313 Frankfurt am Main

Terminvereinbarung und weitere Informationen: https://www.privatpraxis-ffm.de/

Dieser Fachartikel dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Untersuchung. Diagnostische Maßnahmen erfolgen nach medizinischer Indikation. Privatärztliche Leistungen werden nach der GOÄ abgerechnet.

Medizinische Quellen

Die zentralen Aussagen zur Diagnostik, Sonographie und Behandlung sind durch folgende Fachquellen gestützt:

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